Wie es begann ...
🍎 Unsere Geschichte
Anfang der 1950er-Jahre wurde es für die heimischen Obstbauern zunehmend schwieriger, ihre Erzeugnisse direkt nach der Ernte zu verkaufen. Importware, Preisdruck und Qualitätsprobleme durch Schädlinge verschärften die Situation.
Die Lösung: Eine gemeinsame, fachgerechte Lagermöglichkeit – damit das Obst bis ins Frühjahr gelagert und besser vermarktet werden konnte.
Am 16. August 1951 wurde im Gasthaus „Löwen“ in Unterensingen mit 24 Interessenten der Grundstein für unseren Verein gelegt.
Es wurde ein Vorstand gewählt, dem folgende Mitglieder angehörten:
• Karl Keuerleber 1. Vorsitzender
• Imanuel Pfisterer Stellvertretender Vorsitzender
• Gottlob Kemmner Schriftführer
• Gerhard Kemmner Kassier
• Gustav Kemmner Beirat
• Otto Riempp Beirat
• Christian Vollmer Beirat
Bereits wenige Monate später begann in großer Eigenleistung der Bau des Obstlagerkellers. Viele Mitglieder packten selbst mit an, unterstützt von örtlichen Handwerksbetrieben.
Beim Bau des Obstlagerkellers waren die folgenden Firmen beteiligt:
Fa. Karl Speidel Grab-, Beton- u. Maurerarbeiten Unterensingen:
Fa. Friedrich Schönhaar Zimmerarbeiten Unterensingen
Fa. Willi Schlipf Glaserarbeiten Unterensingen
Fa. Adolf Nürk Elektroinstallation Zizishausen
Fa. Ernst Eberhardt Gipserarbeiten Unterensingen
Fa. Wilhelm Balz Schreinerarbeiten Unterensingen
Fa. Wilhelm Schaude Schlosserarbeiten Unterensingen
Fa. Eugen Riempp Malerarbeiten Unterensingen
Am 19. Oktober 1952 wurde der Obstlagerkeller feierlich eingeweiht – Die Einweihung war mit einer Obstausstellung verbunden und stellte einen Höhepunkt in unserem Gemeindeleben dar, der auch viele auswärtige Besucher anlockte. Landrat Dr, Schaude würdigte in einer Rede die vom Verein geleistete Arbeit und übergab als Anerkennung des Kreistags an den 1. Vorsitzenden eine Spende von 500.00 DM.
🏗 Gemeinschaft und Durchhaltevermögen
Der Bau des Obstlagerkellers stellte den Verein in den 1960er-Jahren vor große finanzielle Herausforderungen. Die Baukosten des Obstlagerkellers beliefen sich auf rund 61.000 DM – eine Summe, die die wenigen Mitglieder des Vereins allein nicht aufbringen konnten. Da zugesagte Zuschüsse von staatlicher Seite und vom Landesobstbauverband letztlich nicht gewährt wurden, suchte der Vorstand nach einer anderen Lösung.
Schließlich beteiligte sich die Württembergische Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft – Raiffeisen eGmbH (WLZ) aus Stuttgart an der Finanzierung und übernahm die Hälfte der Baukosten. Im Gegenzug erhielt sie einen Anteil am Keller sowie bestimmte Regelungen beim Obstverkauf. Gleichzeitig wurde dem Verein ein Rückkaufsrecht für diesen Anteil eingeräumt.
Durch organisatorische Änderungen und zusätzliche Mieteinnahmen gelang es dem Verein schließlich, diesen Anteil am 7. Dezember 1967 vollständig zurückzukaufen.
Damit war der Obstlagerkeller wieder vollständig in Vereinsbesitz und die Grundlage für seinen langfristigen Erhalt geschaffen.
In den folgenden Jahrzehnten wurde das Gebäude Schritt für Schritt saniert, modernisiert und an neue Anforderungen angepasst – vielfach in Eigenleistung der Mitglieder.
🌱 Heute
Der Obstlagerkeller mit rund 350 m² Fläche ist bis heute ein Zeichen für Zusammenhalt, Weitsicht und regionaler Verbundenheit.
Was 1951 aus wirtschaftlicher Not entstand, ist heute ein Stück lebendige Vereinsgeschichte.